Ehemalige S.L. Benfica-Trainer Béla Guttmann (zweiter von links)Ehemalige S.L. Benfica-Trainer Béla Guttmann (zweiter von links)

2. Mai 1962 — Ist Benfica verflucht? Der portugiesische Megaklub mit Sitz in Lissabon errang in den Jahren 1961 und 1962 historische aufeinanderfolgende Europapokalsiege. Seitdem haben sie jedoch, obwohl sie 8 Mal die Europameisterschaft erreichten, nie gewonnen, weil einige behaupten, dass sie von ihrem Vorgänger verflucht worden waren Trainer des Vereins im Jahr 1962.


Dieser Trainer war Béla Guttmann. Seine Mannschaft hatte gerade den Europapokal von 1962 für ein wunderbares zweites Jahr in Folge und gegen Real Madrid gewonnen, das als bestes Team der Welt gilt. Nach ihrem berühmten Sieg forderte Guttmann, der sich seines Wertes sicher war, eine Gehaltserhöhung von 65 %, was der Vorstand von Benfica ablehnte. Wütend auf ihre Antwort soll Guttmann dann ausgesprochen haben:

'Nicht in hundert Jahren wird Benfica jemals Europameister werden.'

Béla Guttmann war auch in einem Sport voller überlebensgroßer Persönlichkeiten ein bunter Charakter. 1899 in Budapest geboren, war Guttmann Tänzer, bevor er Fußballspieler wurde. Nach einem Muster, das sich zu Beginn seiner Karriere etablierte, spielte Guttmann für eine Reihe von Mannschaften und wechselte oft von Ungarn nach Österreich in die Vereinigten Staaten und zurück.

Als jüdischer Ungar überlebte Guttmann den Holocaust, aber nur knapp, viele seiner Familie und Freunde nicht. Er wurde Fußballtrainer in Europa und Brasilien, was im Laufe seiner Zeit zu Kontroversen führte. Er wurde 1953 vom italienischen Klub AC Mailand entlassen, nach einer Fehde mit dem Vorstand des Klubs, sagte Guttmann später bei einer Pressekonferenz bekanntlich zu Reportern:

„Ich wurde entlassen, obwohl ich weder kriminell noch homosexuell bin. Auf Wiedersehen.'

Guttmann wurde in Portugal bekannter, als er mit dem FC Porto die Meisterschaft gewann. Von Benfica angeboten ein besseres Angebot, sprang er zum rivalisierenden Jungtier und gewann 1961 den ersten Europapokal des Vereins.

In seiner zweiten Saison bei Benfica entließ er kontrovers 20 der dienstältesten Spieler des Klubs und holte das junge Wunderkind Eusebio aus Mosambik, das er einem rivalisierenden portugiesischen Klub vor der Nase weggeschnappt hatte. Als Teil einer neuen Generation von Fußballmanagern förderte Guttmann einen offensiven, frei fließenden Spielstil in seiner Mannschaft und behauptete:

'Es war mir egal, ob der Gegner trifft, weil ich immer dachte, wir könnten mehr Tore erzielen.'

Als Meister der psychologischen Taktik, bevor sie alltäglich wurden, bemühte sich Guttmann vor dem Finale 1962 sehr darum, in seinem Team die Überzeugung zu verankern, dass sie trotz ihrer Außenseiter gewinnen können.

Wie ernst ist also Guttmanns Fluch zu nehmen? Guttmann war ja bekannt dafür, dass er nie lange an einem Ort blieb. Er sagte einmal über das Coaching:

„Die dritte Staffel ist fatal“,

Und in Uruguay scheint er auch schon seinen nächsten Fußballjob in der Hand gehabt zu haben. Benficos größter Spieler und Guttmanns größter Star Eusebio scheint jedoch sicherlich an die Macht des Fluches geglaubt zu haben. 1990, bevor Benfico im Europapokal-Finale in Wien gegen den AC Mailand spielte, besuchte Eusebio Guttmanns Grab in der Stadt, um zu plädieren, den Fluch aus dem Jenseits zu beenden. Im Jahr 2014, als Benfico gegen ein weiteres europäisches Endspiel antrat, lachten Benfica-Trainer Jorge Jesus und seine Spieler öffentlich über den Fluch, bevor sie im Elfmeterschießen gegen Sevilla mit 4:2 geschlagen wurden. Vielleicht funktioniert in der heutigen Welt des totalen Fußballs, in der jeder psychologische Vorteil entscheidend ist, vielleicht noch Guttmanns Fluch?

Veröffentlicht: 18. März 2018



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