Konrad Kujau mit seinen gefälschten Hitler-Tagebüchern 1984 vor einem Hamburger GerichtKonrad Kujau mit seinen gefälschten Hitler-Tagebüchern 1984 vor einem Hamburger Gericht

25. April 1983 — „Hitlers Tagebücher entdeckt!“ schrie die Titelseite des deutschen Magazins Stern an diesem Tag. Konservativer bot die Sunday Times in London – die zugestimmt hatte, dem Stern 600.000 Pfund zu zahlen, um am Ruhm dieser atemberaubenden Geschichte teilzuhaben – ihren Lesern ein „weltexklusives“ Buch über „Die Geheimnisse von Hitlers Krieg“ an.


Der deutsche Journalist Gerd Heinemann hatte dem Stern erzählt, dass bei einem Flugzeugabsturz in der DDR bei Kriegsende 62 Bände Tagebücher, die der Führer zwischen 1932 und 1945 geschrieben hatte, geborgen worden waren. Das Magazin zahlte 2,5 Millionen Pfund dafür aus.

Doch es stellte sich heraus, dass es sich um Fälschungen handelte – geschaffen von Konrad Kajau, einem berüchtigten Stuttgarter Fälscher und Antiquitätenhändler, der sich Herr Fischer nennt.

Vor der Auszahlung hatte Stern Experten beauftragt, die Handschrift in den „Tagebüchern“ mit anderen Beispielen von Hitlers Schriften zu vergleichen. Sie kamen zu Sterns anfänglicher großer Zufriedenheit zu dem Schluss, dass alle von derselben Person geschrieben wurden. Sie hatten Recht, aber später stellte sich heraus, dass die 'echte' Hitler-Handschrift, die sie betrachteten, auch von Kajau gefälscht war!

In London, Rupert Murdoch Die Sunday Times hatte sich an den Historiker Hugh Trevor-Roper gewandt, der nach der Veröffentlichung seines Buches „Die letzten Tage Hitlers“ im Jahr 1947 großes akademisches Ansehen genoss.

Er sagte den Chefs der Zeitung, er sei überzeugt, dass die „Tagebücher“ echt seien.

Trevor-Roper wurde jedoch später skeptisch und äußerte seine Zweifel, als Stern zugab, die Identität der ostdeutschen Quelle, die die Bände lieferte, nicht zu kennen.

Mit wachsendem Verdacht und aus Angst, möglicherweise wegen illegaler Verbreitung NS-Propaganda angeklagt zu werden, reichte Stern drei der Bände zur Prüfung bei der westdeutschen Polizei ein.

Die forensische Analyse ergab schnell, dass es sich um Fälschungen handelte, Papier und Tinte, die für die „Tagebücher“ verwendet wurden, waren erst lange nach dem Krieg verfügbar. Sie waren tatsächlich zwischen 1981 und 1983 von Kujau hergestellt worden, der zuvor Gemälde gefälscht und verkauft hatte, von denen er behauptete, dass sie auch ein Werk Hitlers seien.

Heidemann nutzte seine Möglichkeiten und sahnte beim Stern Geld ab, indem er die von Kujau geforderten Summen aufblähte. So wurde er nach Aufdeckung der Fälschung des Betrugs für schuldig befunden und wie Kujau zu 42 Monaten Gefängnis verurteilt.

Als Folge des 'Hitler Diaries'-Fiaskos wurden zwei Top-Redakteure des Stern entlassen. Und der Ruf von Hugh Trevor-Roper, der zu Lord Dacre wurde und 2003 starb, erholte sich nie vollständig.

Aber Kujau, dreist und opportunistisch, blickte nie zurück. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis, um seine Fähigkeiten nicht zu verschwenden, eröffnete er eine Galerie, in der er seine „echten Fälschungen“ von Gemälden von Hitler, Rembrandt, Dali, Monet, Van Gogh und anderen Meistern verkaufte. Die Werke wurden zu hohen Preisen verkauft und wurden so beliebt, dass andere Fälscher einzogen und begannen, gefälschte Reproduktionen seiner Fälschungen herzustellen!

Veröffentlicht: 16. April 2018



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